Sagt euch Prey Model Raw etwas?

Mir auch nicht wirklich, deshalb hat die liebe Paula von Queen Lotta einen tollen Gastbeitrag bei uns geschrieben.

Prey Model Raw – was ist das eigentlich?

Prey Model Raw beschreibt eine Form der Rohfütterung, die sich zwar von BARF unterscheidet, aber auch ähnelt. Man füttert 80% der Gesamtration Muskelfleisch, 10% Innereien und 10% reine Knochen, da muss man etwas die Knochenmenge schätzen, weil man natürlich keine blanken Knochen verfüttert. Außerdem bekommt der Hund keinerlei Zusätze. Gesunde und vernünftig ernährte Hunde brauchen keine Zusätze! Hier 0,3 Gramm Seealgenmehl, dort 1,4 Gramm Öl und dann noch eine Vital-Kapsel… Ich möchte mal einen BARFer erleben, der sich selbst seinen wöchentlichen Jodgehalt so fein säuberlich ausrechnet und abwiegt wie für seinen Hund. Der einzige sinnvolle Zusatz ist ein Fischöl, denn darin ist viel tierisches Omega 3 enthalten, das gleicht den Omega 6 Überschuss der verfütterten Masttiere aus. Bekommt ein Hund aber einmal die Woche Fisch oder überwiegen Weidetiere ist dieser Zusatz auch überflüssig. Übrigens haben geBARFte Hunde erschreckend oft einen Jodüberschuss, dass sollte man als BARFer immer im Hinterkopf behalten. Zwar wird argumentiert, dass ein Hund bestimmte Nährstoffe nur aus der Nahrung ziehen kann und nicht selber herstellen, was auch stimmt, aber dann sollte man meiner Meinung nach dem Hund geeignete Nahrung geben, damit er sich die Nährstoffe aus der Nahrung und nicht aus Zusätzen ziehen kann. Einige BARFer verfüttern auch pflanzliche Öle, welche für einen Hund gar keinen Sinn ergeben. Wenn ein Mensch als Omnivore schon kaum etwas brauchbares aus pflanzlichen Ölen ziehen kann, kann ein Hund als Karnivore diese gar nicht verwerten.

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Ein Beispiel einer PMR Mahlzeit

Viele Hundehalter stolpern im Leben über den Begriff BARF, eher wenige über das Prey Model Raw. Beim BARF werden zum Beispiel weniger Knochen gefüttert, sehr viel Pansen und Blättermagen und Obst und Gemüse. Dieses Obst und Gemüse muss püriert, gedünstet oder gekocht sein, damit der Hund die Nährstoffe überhaupt aufnehmen kann – wieso füttert man es aber dann überhaupt? Aus diesem Grund bekommt Lotta nach PMR Futter, da wird viel weniger Pansen gegeben und Milchprodukte, Obst, Gemüse und Kohlenhydrate komplett vom Speiseplan gestrichen. Denn Hunde ziehen ihre Energie nicht aus Kohlenhydraten, sondern aus tierischen Fetten! Genau deshalb gibt es auch die Faustregel min. 15% der Muskelfleischration an Fett zu füttern. Bekommt ein Hund dauerhaft weniger Fett, schädigt es die Nieren und Leber, bekommt er allerdings dauerhaft über 25% Fett kann das die Bauchspeicheldrüse schädigen, es sollte also irgendwo zwischendrin liegen. Allerdings sollte das gegebene Fett auch wirklich tierisch sein und nicht aus Butter, Ölen oder dergleichen bestehen, das wäre nämlich kein „reines“ Fett mehr und unbrauchbar als Energielieferant.

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Hier seht ihr Lottas erste PMR Mahlzeit, ein Hühnerschenkel

Viele BARF-Fütterer beschreiben ein lustiges Phänomen – anstatt dass die Haufen des geliebten Fiffis kleiner werden und weniger stinken, werden sie größer und stinken mehr! Als PMR-Verfechter kommt man gleich auf die Idee, dass die Hunde die Obst- und Gemüsemischung einfach nicht brauchen, sie können sie nicht verwerten und es kommt hinten genauso heraus wie es vorne hinein ging. Zwar wird das Obst und Gemüse hauptsächlich als Ballaststoff gegeben, damit der Kot gelockert wird, aber damit wird der auch automatisch größer und weicher. Ein Hund sollte aber regelmäßig festen Stuhl haben um seine Analdrüsen zu entleeren, sonst kann es zu schmerzhaften Verstopfungen eben dieser Drüsen kommen. Braucht man das? Nein!

Ein Hund ist ein Karnivore, ein reiner Fleischfresser. Obst und Gemüse steht nicht auf seinem Speiseplan, den Mageninhalt jedes Beutetieres größer als ein Hase wird ausgeschüttelt. Wer einem Wolf schon einmal beim Fressen eines ganzen Tieres gesehen hat, wird wissen, dass die da nicht vorsichtig heran gehen. Da wird gezogen, gerupft und gerissen, damit sich mal ein Stück Fleisch löst! Deshalb gibt es beim PMR auch möglichst große Stücke, einige Leute binden diese sogar mit einem Strick an den Zaun, damit der Hund auch reißen und rupfen muss, um an sein Fressen zu kommen, denn das schafft Muskeln! Viele, aber natürlich nicht alle BARFer, wolfen ihr Fleisch. Es ist somit besser verdaulich, aber bei einem gesunden Hund überhaupt nicht notwendig, der Hund kann seine Zähne gar nicht benutzen, das ist doch schade! Lotta liebt es, an einem Hühnerschenkel zu kauen und beißen, innerhalb von zwei Wochen hat sich sogar ihr hartnäckiger Zahnstein gelöst.

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Aber wieso füttern so viele Menschen BARF?
Um ehrlich zu sein weiß ich es auch nicht. PMR hat sich wahrscheinlich einfach noch nicht so durchgesetzt, viele Menschen wissen vieles über gesunden Vorteile von Gemüse und Obst bei sich selbst und übertragen das auf die Hunde, vielleicht ist es aber auch einfacher für sie, weil es schon fertige BARF-Mischungen gibt. Vor allem wenn ich meinen Hund noch überlisten muss, damit er die Mischung frisst, würde ich mich wundern, ob er das wirklich unbedingt braucht. Mag ein Hund gerne Apfel, dann darf er den auch ab und an mal bekommen. Lotta liebt zum Beispiel Banane und da bekommt sie auch ein kleines Stück ab, wenn wir alle Jubeljahre mal Bananen im Haus haben! Ich esse schließlich ebenfalls von Zeit zu Zeit ein Stück Schokolade…

Natürlich sind nicht alle BARFer so wie oben beschrieben, aber die starke Mehrheit von denen, die ich kennengelernt habe, passen genau in dieses Bild.

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Danke für deinen Bericht liebe Paula von Queen Lotta ich finde er regt echt zum Nachdenken über unsere Fütterung an. Was sagt ihr dazu?
Schaut doch auch mal auf dem Blog von Paula und Queen Lotta vorbei und lasst einen lieben Gruß von mir da. 🙂
 

 

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